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Weiter, immer weiter für den guten Zweck: Wünschewagen-Botschafterin Cindy Deichmann

vom 09.06.2019

Nur noch zwei Kilometer – die Beine werden mit jedem Schritt schwerer, aber der Wille ist zu groß, um so kurz vor dem Ziel aufzugeben. Cindy Deichmann beißt die Zähne zusammen und arbeitet sich Stück für Stück nach vorne. Und dann ist da auch noch ihr treuer Begleiter Jack, dem die Zunge mittlerweile fast bis zum Boden hängt. Nach jedem gelaufenen Meter sucht er den Blickkontakt mit seinem Frauchen und denkt: „Nur noch ein Leckerli, dann schaffe ich den Rest. Versprochen!“

Nur noch ein Kilometer – im Hintergrund läuft Musik. Die Bässe werden klarer und auch erste Stimmen sind zu hören, wenngleich noch niemand so richtig zu erkennen ist. Doch das Ziel ist nicht mehr weit weg. Das spüren auch Cindy und Jack, ehe sie wenig später Gewissheit haben und mittendrin sind in der Einlaufgerade. Von weitem winkt ihnen bereits Bettina Hartwig vom Wünschewagen MV zu. Der letzte Schuss Motivation, der noch gefehlt hat, um diese Herausforderung zu meistern. Denn das Gespann läuft für das soziale Projekt des ASB.

Die letzten Meter – und dann ist es endlich geschafft! Die Rostockerin und ihr treuer Vierbeiner haben den Schweriner Heldenmarsch 2019 gemeistert und innerhalb von vierzehneinhalb Stunden sensationelle 61 Kilometer zurückgelegt. Cindy und Jack stürmen mit letzter Kraft ins Ziel. Sie wird umarmt, bejubelt und mit riesengroßer Freude von allen Anwesenden empfangen - und er stiehlt sich unbemerkt an allen vorbei und stürzt sich auf die Bratwurst des Organisators, der seinem Frauchen soeben die Medaille überreicht hatte und sein Abendessen nur für einen kurzen Moment aus den Augen ließ. Es fließen Tränen vor Glück und vor Lachen und auch ein bisschen vor Stolz. Zum dritten Mal hat Cindy an einem Extremsport-Event teilgenommen, um für den Wünschewagen in Mecklenburg-Vorpommern Spenden zu sammeln. Zum dritten Mal ist sie bis ins Ziel gekommen.

Die ganze Familie macht mit

Bereits im vergangenen Oktober und im Februar dieses Jahres machte sie bei Charity-Läufen mit, damit sie das Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes unterstützen kann. Für jeden gelaufenen Kilometer hoffte sie auf Spenden. 211 (!) Kilometer ist sie seither gewandert, mehrere tausend Euro kamen allein dank ihrer Leistungen und dank der vielen Spender für den Wünschewagen MV zusammen. Doch der extremen Anstrengung zum Trotz - dabei belassen wird sie es nicht. Denn Cindy hat nicht nur einen unglaublich starken Willen, sie reißt mit ihrer positiven Art auch andere mit. Beim Heldenmarsch machte neben Hündchen Jack erstmals auch ihr Partner Frank mit, der ohne wochenlange Vorbereitung erst kurz vor dem Ende aufgeben musste. Und es wird noch besser: Zeitgleich zum Schweriner Heldenmarsch absolvierten Cindys Bruder und ihre Schwägerin den 50 Kilometer langen Ostseeweg. Kein Wunder, dass Familie Deichmann nun noch größer denkt und einen Rekordlauf entlang der Mecklenburg-Vorpommernschen Landesgrenze anpeilt. Natürlich wieder für den Wünschewagen. Und dann auch erstmals in offizieller Mission.

Eine neue Botschafterin für den Wünschewagen MV

Seit Cindy das mutige Ehrenamtsprojekt des Arbeiter-Samariter-Bundes kennt, ist sie Feuer und Flamme dafür. Sie läuft, sie spricht, sie spornt an. Und das alles, damit schwerkranken Menschen ein letzter Wunsch erfüllt werden kann. Am Tag des Heldenmarsches in Schwerin – der auch noch ausgerechnet auf den 2. Geburtstag des Wünschewagens MV fiel (8. Juni) – wurde die 45-Jährige für ihr unnachahmliches Engagement mit einer besonderen Auszeichnung geehrt: Der Arbeiter-Samariter-Bund in Mecklenburg-Vorpommern hat Cindy zur neuen Botschafterin seines Herzensprojekts ernannt. Mit den besten Glückwünschen und Hoffnungen des Landesgeschäftsführers Mathias Wähner und von Projektleiterin Bettina Hartwig möchte Cindy ihre offizielle Position sofort mit Leben füllen und ist dankbar für das Vertrauen: „Es ist ein total schönes Gefühl, ab sofort als Botschafterin für den Wünschewagen aktiv sein zu dürfen. Ich werde neue Strecken ausprobieren und erhalte dabei Unterstützung von meiner Familie und immer mehr Freunden und Bekannten, die sich ebenfalls engagieren wollen. Das macht mich stolz. Außerdem versuche ich mit so vielen verschiedenen Menschen wie möglich über dieses wunderbare Projekt zu sprechen und möchte sie dazu bewegen, den Wünschewagen mit ihren eigenen Fähigkeiten zu unterstützen. Jeder kann dem Projekt helfen.“

Für Cindy heißt das: Weiter, immer weiter für den guten Zweck.

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