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ELMENHORSTER UNTERSTÜTZEN WÜNSCHEWAGEN

vom 18.03.2021

Vereinsmitglieder überreichen 2600 Euro für das ASB-Projekt / Das Geld haben sie bei einem Spendenlauf gesammelt

Wofür das Geld verwendet werden soll, steht bereits fest. Es soll dabei helfen, Wünsche zu erfüllen. Und zwar die letzten Wünsche sterbenskranker Menschen. Am Dienstag fuhr Bettina Hartwig, Projektleiterin für den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Mecklenburg-Vorpommern, mit dem blau-weißen Transporter beim Sportplatz der LSG Elmenhorst vor, wo der Vorsitzende André Jasinski auf sie wartete. Im Namen der Vereinsmitglieder überreichte er der Projektleiterin eine Spende für den Wünschewagen. Bereits im Vorjahr unterstützte der Verein das Vorhaben

78 letzte Wünsche wahr geworden in 2020

In den vergangenen Wochen hatten die Mitglieder joggend zahlreiche Kilometer zurückgelegt und so Spenden für das Projekt gesammelt. Insgesamt kamen innerhalb von vier Wochen knapp 2930 Kilometer zusammen, was letztendlich 2600 Euro einbrachte. „Wir haben nicht viel getan, außer Sport gemacht“, sagte Jasinski. Dennoch sei es ein gutes Gefühl, auf diese Weise den Helfern des ASB helfen zu können. Mit der Spende sollen laut Hartwig vor allem Kosten gedeckt werden, die beim Einsatz des Wünschewagens anfallen, wie beispielsweise fürs Tanken, die Versicherung, Eintrittsgelder oder „die Verpflegung für alle, wenn eine Fahrt ansteht“.
Im vergangenen Jahr konnte das rund 80-köpfige Team Ehrenamtlicher 78 letzte Wünsche erfüllen. „Ganz oft wollen die Menschen noch einmal die Ostsee sehen, ihr Zuhause oder einen lieben Menschen, um Ungesagtes auszusprechen.“ Aber auch ein letztes Spiel des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock im Stadion erleben oder das Grab der verstorbenen Frau besuchen, das konnten die Wünsche-Erfüller ermöglichen. Etwa 120 bis 130 Anfragen gehen beim ASB MV jährlich ein. „Wir schaffen, etwa zwei Drittel der Wünsche zu erfüllen“, so Hartwig. „Man will so eine Spende auch mit Sinn füllen“, nannte Jasinski den Grund, warum sich die LSG dazu entschieden hat, erneut den Wünschewagen zu unterstützen. Außerdem stecke hinter jedem Wunsch ein Schicksal. „Und das geht einem nah. Aber es ist eine tolle Geschichte“, so der 37-Jährige zur Idee, die hinter dem Projekt steht.

Rund 100 000 Euro jährlich notwendig

Dieses wird komplett durch Spenden finanziert, sagte Bettina Hartwig. Rund 100 000 Euro bräuchten sie mindestens pro Jahr, um Herzenswünsche von Sterbenskranken zu erfüllen, die sich in MV aufhalten.
Viel Zeit bleibe ihr und ihrem Team bei der Umsetzung dann nicht, so die Projektleiterin. In der Regel etwa vier Tage würde es dauern, bis einem Menschen sein letzter Herzenswunsch erfüllt werden könne. „Das Schnellste waren zwei Stunden“, sagte Hartwig. Aber der Zeitdruck bei der Realisierung würde nun einmal in der Natur der Dinge liegen.

Nächste Wünsche warten schon

Und die nächsten zwei Anfragen sind bei der Wünschewagen- Projektleiterin bereits eingegangen. „Einer möchte noch einmal an der Küste entlangfahren zwischen Boltenhagen und Warnemünde. Und der andere möchte Udo Lindenberg persönlich kennenlernen.“ Um auch diesen Wunsch erfüllen zu können, setzt Hartwig auf ihre bundesweiten Kontakte, denn der Wünschewagen des ASB ist bundesweit aktiv. „Ich bin ganz optimistisch“, so die Projektleiterin.
Um auch zukünftig dem ASB dabei zu helfen, letzte Wünsche zu erfüllen, kann sich Jasinski gut vorstellen, das die LSG Elmenhorst das Projekt auch weiterhin unterstützt. „Einer dritten Aktion für den Wünschewagen steht nichts im Weg. Dann aber gern ohne Corona und mit einem echten Benefiz-Fußballturnier“, sagte der 37-Jährige–so wie in den vergangenen Jahren auch.

Text und Bild: Antje Kindler / NNN

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