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Gesichter des Projekts

vom 20.09.2022

Wie lange sind Sie jetzt schon dabei? 

„Seit ca. 2,5 Jahren bin ich jetzt dabei. In den Jahren sind es 30 Fahrten geworden, an denen ich teilgenommen habe. Die weiteste Fahrt ging bis unten an den Neckar.“

Wieso eigentlich Wünschewagen?

„Nach meiner Ausbildung zur Palliativfachkraft hatte ich den Gedanken, wenn ich Zeit zur Verfügung habe, einfach noch mehr zurückzugeben. Dann traf ich zufällig auf einen Mitarbeiter des ASB und dieser hat ganz genau auf mein Namenschild geachtet. Da dort eben „Palliativfachkraft“ stand, hat er mir sofort die Telefonnummer des Projektteams gegeben.“

Welche Eindrücke haben Sie von Ihrer ersten Fahrt? 

„Vor der ersten Reise gab es erst einmal eine Schulung für die neuen ehrenamtlichen Helfer:innen. So konnte ich ungefähr ahnen, was auf mich zu kommt. Mein erster Gast im Wünschewagen wollte zuerst gar nicht so recht mit uns kommen. Seine anfänglichen Zweifel waren aber schnell vergessen und am Ende berichtete er uns, dass es ihm sehr gefallen habe. Mich hat dabei am meisten erstaunt, dass unser Wünschender einfach nur seine Zeit genießen wollte und buchstäblich „seine Ruhe“ haben wollte. Mittlerweile weiß ich, dass sehr viele unserer Wünschenden gar nicht viel reden möchten, sondern die Fahrt in aller Stille genießen. Sie wollen sich umschauen, die Eindrücke sammeln und überhaupt nicht sonderlich umsorgt werden. Es reicht oft schon, dass jemand einfach da ist und manchmal die Hand hält.“ 

Wie gehen Sie mit den Fahrten um?

„Ich versuche es so zu machen, wie ich das auch im Beruf tue. Wir versuchen den Menschen schöne Tage zu bereiten, so gut wir das können. Nach Feierabend muss ich die Arbeit aber hinter mir lassen. Ich könnte sie sonst nicht lange machen. Auch körperlich können die Arbeit und die Fahrten mit dem Wünschewagen sehr anspruchsvoll sein.“

Wie anstrengend war Ihre aktuellste Fahrt?

„Es war eine wunderschöne Tour. Unser Wünschender war selber Pfleger und hatte nun die Diagnose Hirntumor. Wir haben ihn aus einem Pflegeheim abgeholt. Seine Frau und die Kinder kamen dann zu seinem Wunschort, dem Rostocker Zoo, dazu. Er hat vor Erschöpfung viel geschlafen, aber wenn er wach war, hat er zum Beispiel lustige Sprüche gemacht. Seine Familie war den ganzen Tag über sehr hilfsbereit und ließ sich eigentlich keine Aufgabe durch uns aus der Hand nehmen. Dabei waren sie warmherzig und ruhig. Ich habe noch am Abend zu meiner Kollegin gesagt, dass wenn man so eine Familie hinter sich stehen hat, dann kann man in Ruhe gehen.“

Was steht als nächstes an?

Im Moment kann ich leider keine weiteren Fahrten durchführen. Das lässt mein Dienstplan nicht zu. Wir haben aber zum Glück so viele tolle Menschen in unserem Team, dass ich dabei kein schlechtes Gewissen haben muss. Wenn ich könnte, würde ich bei fast jeder Fahrt dabei sein wollen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, das Projekt irgendwann nicht mehr zu unterstützen. Es macht so einen Spaß und die Menschen, die man treffen darf, sind einfach wunderbar.

Vielen Dank für Ihre Zeit und alles Gute! 

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