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Gesichter des Projekts: Katrin Ender

vom 09.09.2018

Über 70 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sorgen dafür, dass das Projekt „Wünschewagen – letzte Wünsche wagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Mecklenburg-Vorpommern sein wichtigstes Ziel erreichen kann: schwerstkranken Menschen ihren letzten Wunsch zu erfüllen.

In der Rubrik „Gesichter des Projekts“ möchten wir ab sofort unsere Wunscherfüllerinnen und Wunscherfüller vorstellen.

„Das wertvollste Geschenk, das wir unseren Mitmenschen machen können, ist unsere Zeit.“

Für den ASB Kreisverband Bad Doberan ist Katrin Ender als Rettungssanitäterin im Einsatz, um Leben zu retten. Als Leiterin des Katastrophenschutzes des ASB ist auch bei Großschadenslagen auf sie Verlass. Dass Katrins Einsatz für ihre Mitmenschen in Notsituationen kein bloßer Job ist, sondern viel mehr als das, wird besonders bei ihrem ehrenamtlichen Engagement für den Wünschewagen deutlich. Wir haben mit ihr über das Herzensprojekt des ASB gesprochen.

Hallo Katrin, wie bist du zum Projekt „Wünschewagen - letzte Wünsche wagen“ gekommen?
Als feststand, dass der Wünschewagen in unsere Rettungswache in Bad Doberan integriert werden soll, habe ich mich mit dem Projekt auseinandergesetzt und dem Landesverband, bei dem das Projekt organisatorisch angesiedelt ist, sofort meine Unterstützung zugesagt. Ich erzähle den Menschen vom Wünschewagen, bin unter anderem für die Bekleidung zuständig, halte das Fahrzeug sauber, stelle es bereit und fahre - wenn es mein Dienstplan zulässt - auch mit.

Warum hast du dich dafür entschieden, beim Wünschewagen mitzumachen?
Das Projekt hat mich emotional berührt, weil hier Menschen bedacht werden, die austherapiert sind und keine Möglichkeiten haben, um sich ihren letzten Wunsch selbst zu erfüllen. Außerdem finde ich es toll, dass beim Wünschewagen auch an die Familien und die Angehörigen gedacht wird, die auf diese Weise ganz friedlich voneinander Abschied nehmen können. Diese Momente bleiben in Erinnerung.
Alle reden immer nur über Geld, dabei ist Zeit viel kostbarer und wir können sie kostenlos verschenken. Ich finde das wertvollste Geschenk, das wir unseren Mitmenschen machen können, ist unsere Zeit.

Erinnerst du dich an einen besonderen Moment deiner ersten Wünschefahrten?
An mehrere sogar. Ich habe Liebe und Dankbarkeit in den Augen der Menschen gesehen. Sie haben sich aufrichtig darüber gefreut, dass ihre Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Das war ansteckend – und auch beruhigend. Wir möchten, dass sich die Wünschenden wohlfühlen und glücklich sind. Ich bin froh, dass bislang alles so toll geklappt hat.

Warst du vor deiner ersten Fahrt aufgeregt?
Ich war nicht aufgeregt, aber ich war gespannt auf das, was kommt. Auf welchen Menschen werde ich treffen? Werden wir uns verstehen? Stimmt die Chemie? Viele Wünschende sind entsprechend ihrer Erkrankung kraftlos. Sie wissen, dass es bald zu Ende geht. Doch bei den Fahrten entwickeln sie neue Energie und wollen so viel wie möglich wahrnehmen. Ihre Vorfreude gibt ihnen Kraft – und mir dadurch auch.

Wie ist das ehrenamtliche Team des Wünschewagens in Mecklenburg-Vorpommern?
Das Team ist großartig. Die Ehrenamtler kommen aus allen Bereichen zusammen, aber alle haben das gleiche Ziel vor Augen. Wir wollen helfen und unseren Mitmenschen, die schwer krank sind, einen letzten Wunsch erfüllen. Das schweißt zusammen und schafft Vertrauen. Dadurch können wir unseren Wünschenden noch positiver begegnen.

Warum sollte man das Projekt deiner Meinung nach unterstützen?
Es gibt so viele Menschen, die sich bei uns melden und sich hilflos fühlen, weil sie nicht in der Lage sind, ihren Verwandten und Freunden einen letzten Wunsch zu erfüllen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass diese letzten Wünsche in Erfüllung gehen. Sei es durch Spenden, die das Projekt langfristig absichern oder durch das freundliche Entgegenkommen von den Verantwortlichen unserer Anlaufstellen, wo die Träume unserer Wünschenden letztlich wahr werden. Jeder kann einen Teil dazu beitragen, damit dieses einzigartige Projekt auch weiterhin gelingt.

Vielen Dank, Katrin!

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